Revitalisierung eines prägenden Altstadtensembles in Regensburg

Am südlichen Zugang zur Regensburger Altstadt in Richtung Bismarckplatz prägt die Schottenstraße 7 den ersten Eindruck für Besucher ebenso wie für viele, die täglich in die Altstadt kommen. Der bauliche Zustand entsprach dieser Bedeutung zuletzt nicht mehr. Eine überalterte Putzfassade und in die Jahre gekommenen Fenster führten zu einem insgesamt unruhigen und dem Ort entsprechend wenig wertigen Erscheinungsbild. Ziel war es daher nicht, das Gebäude grundlegend neu zu denken, sondern es gestalterisch und qualitativ zu stabilisieren.

Sanierung im bewohnten Zustand

Eine zentrale Rahmenbedingung war die Durchführung der Maßnahmen im laufenden Betrieb. Die Wohnungen blieben während der gesamten Bauzeit bewohnt, was eine präzise Planung und eine abgestimmte Umsetzung erforderte. Eingriffe wurden auf das notwendige Maß reduziert. Gleichzeitig musste sichergestellt werden, dass die Maßnahmen eine nachhaltige Verbesserung der Gebäudequalität bewirken. Parallel dazu wurden bereits leerstehende Wohnungen im Zuge der Sanierung instand gesetzt. Auch künftig ist vorgesehen, freiwerdende Einheiten sukzessive zu modernisieren und damit die Qualität des Bestands langfristig weiterzuentwickeln. Im Zuge der Maßnahmen wurde zudem der Brandschutz überprüft und entsprechend den aktuellen Anforderungen ertüchtigt.

Klare Eingriffe mit städtebaulicher Wirkung

Im Zuge der Sanierung wurden die Fenster unter Berücksichtigung der gestalterischen Anforderungen der Regensburger Altstadt erneuert. Maßgeblich war dabei eine dem historischen Kontext entsprechende Gliederung der Fenster, die sich in Teilung und Proportion am umliegenden Bestand orientiert. Auf diese Weise konnte eine zeitgemäße technische Qualität mit einem stimmigen Erscheinungsbild im Altstadtgefüge verbunden werden. Der gewählte Farbton der Fassade in Verbindung mit den Lisenen sorgt für eine ruhige, klar strukturierte Wirkung und stärkt die Präsenz des Gebäudes im Straßenraum. Der neue, pastellige Grünton fügt sich heute insgesamt stimmiger in das Umfeld ein. Gleichzeitig hebt er das Gebäude als Stadteingang hervor und macht seine gestalterische Aufwertung sichtbar. Durch diese gezielten Maßnahmen konnte das Gebäude in den Kontext integriert werden, ohne seine Identität zu verlieren. „Gerade an solchen Standorten geht es nicht um maximale Veränderung, sondern um Präzision im Umgang mit dem Bestand. Wenn es gelingt, ein Gebäude in seiner Wirkung zu klären und dauerhaft zu stabilisieren, ist das aus unserer Sicht ein ebenso wertvoller Beitrag zur Stadtentwicklung wie ein Neubauprojekt.“ Dr. Thomas Rosenkranz

Beitrag zum Stadtbild

Das Projekt steht exemplarisch für den Umgang mit Bestandsimmobilien in innerstädtischen Lagen. Es zeigt, dass bereits durch vergleichsweise reduzierte Eingriffe an städtebaulich relevanten Punkten eine erhebliche Verbesserung der räumlichen Aufenthaltsqualität und eine Aufwertung eines ganzen Quartiers erreicht werden kann. Für R&E Immobilien ist die Instandsetzung und Weiterentwicklung bestehender Gebäude ein integraler Bestandteil der eigenen Unternehmensphilosophie. Neben Neubauprojekten gehört die Pflege und qualitative Aufwertung des Bestands bewusst zur strategischen Ausrichtung.